Was du heute kannst besorgen… Januar 2018

Ohje … wir hatten technische Schwierigkeiten und eurer Weihnachtsnewsletter kommt er jetzt. SORRY!

Inhaltich aber immer noch Interessant und fast immer aktuell 😉

Liebe KommRin-Freund*innen,

bevor es ans Schmöckern der aktuellen Newsletter-Ausgabe geht, weihnachtlich gebacken mit gepfefferten Informationen aus dem letzten Quartal 2017 und einem frischen Ausblick auf das nächste Jahr mit KommRin in action, wollen wir euch mit der brandneuen Rubrik „Was du heute kannst besorgen…“ bekannt machen.

„Was du heute kannst besorgen…“

Heute: Abstimmung für KommRin e.V. für die Projektförderung mit 1000Euro durch Quartiermeister.

Quartiermeister*in ist eine Biermarke, die regional (in Berlin) arbeitet, an Unabhängigkeit glaubt, transparent ist, Partizipation ermöglicht und bewusst politisch agiert.

Vor allem aber fördert sie mit Gewinnen aus dem Bierverkauf soziale Projekte. Ihr könnt bis zum 31. Dezember 2017 für zwei Projekte aus den Berliner Nachbarschaften abstimmen. Die beiden Gewinnerprojekte – also KommRin e.V. und ein anderes 😉 -erhalten jeweils 1.000 Euro!

Also: auf den folgenden Link gehen, für KommRin stimmen und allen Freund_innen und Familienbanden davon erzählen.

http://quartiermeister.org/de/berlin/projektfoerderung/

So könnt ihr, ohne selbst den letzten Groschen in die Hand zu nehmen, dafür sorgen, dass ungefähr 4-5 Monatsmieten für Newcomer gewuppt werden. Einfacher wird es nie wieder, und rosa Glitzerstaub wird aus Dankbarkeit auf euch herniederrieseln.

Oh,hoho, natürlich könnt ihr jetzt in der heimelig-kalten Zeit und jederzeit auch selbst Spenden. Ab einem Betrag von 200 Euro revanchieren wir uns mit einer Spendenquittung (bis dahin reicht der Kontoauszug als Nachweis).

„What happens with the money?“

Alles Geld, das KommRin e.V. über Spenden, Mitgliedsbeiträge oder andere Aktionen einnimmt, fließt direkt und ohne Abstriche in die Unterstützung von Zimmern für Refugees. In welchem Umfang KommRin privaten Wohnraum co-finanziert, richtet sich zum Einen nach dem Bedarf der jeweiligen Newcomer und zum Anderen nach den momentanen finanziellen Möglichkeiten – also dem Kontostand – unseres Vereins.

Zum Schutz der Privatsphäre können und wollen wir wie immer keine genauen Angaben zu den unterstützten Personen machen. Die folgende Tabelle gibt euch aber einen kleinen Einblick in die KommRin-Unterstützungs-Chronik des Jahres 2017.

Geförderte Person 2017
01. 02. 03. 04. 05. 06. 07. 08. 09. 10. 11. 12.
Nat.
H.
Ya.
Na., M. + Y.
No.
S.
N.
F.
J.
I.
Ha.
A.
L.
E.+R.
M.
El.

Um etwas mehr über die Lebenssituationen zu erfahren und nachzuvollziehen, was die zeitweise Unterstützung durch KommRin im konkreten Fall für Menschen bedeutet, haben wir zwei Berichte eingesammelt:

Statement 1“ von I.

Ich fand KommRin von Anfang an ganz interessant und gut, da es sehr schwierig war die Miete zu bezahlen.

Ich finde die Leute ganz nett und freundlich.

Kontakt zu KommRin habe ich seit 6-8 Monaten.

Ich finde ich brauchte die Unterstützung von KommRin auf jeden Fall.

Wie ist deine Situation grade?

Nach sieben Jahren Aufenthalt in Deutschland habe ich nun endlich eine Duldung. Die Situation ist zwar immer noch schwierig aber es ist besser als garnichts.

Seit ein paar Monaten habe ich eine kleine Wohnung, die ich durch KommRin bezahlen kann. Es ist gemütlich.

Was hat sich für dich geändert?

Dadurch dass ich jetzt die kleine Wohnung habe, kann in Ruhe zur Schule gehen und muss nicht jedes Wochenende wo anders schlafen.

Was macht es für dich besonders schwehr in Berlin/Deutschland?

Wenn jemand keine Aufenthaltsgenehmigung hat ist es besonders schwierig die Miete zu bezahlen,

Allgemein ist es sehr schwierig zu leben ohne Aufenthaltsgenemigung, eine zu haben hat einen großen Stein von meinem Herzen genommen. Da ist vieles worüber ich mir keinen Kopf mehr machen muss, das alles auf zu zählen wäre zu viel für diesen Bericht.

Was ist gut?

Gut ist, daß die Menschen einen helfen. Gut ist auch vor allem dass man hier in Sicherheit leben kann.

Was hat es dir gebracht von KomRin unterstütz zu werden?

Dass ich jetzt die Wohnung habe und wie schon beschrieben in Ruhe zur Schule gehen kann. Alles weitere ergiebt sich aus der Sicherheit Wohnraum zu haben.

Statement 2“ von S.

Häufig sind wir nicht die einzigen Unterstützenden (zum Glück!), sondern solidarisieren uns mit den uns möglichen Mitteln mit anderen Aktionen. Zum Beispiel unserer Freundin Susanne, die folgenden Aufruf startete:

„Wir benötigen dringend Eure Hilfe, damit unsere Freunde Ehsan (18) und Rahman (16), zwei Brüder aus Afghanistan, die seit mehr als ihrem halben Leben kein Zuhause mehr besitzen, endlich ankommen können.Nach langer und anstrengender Flucht durch viele Länder und vielen Ablehnungen, haben sie jetzt die Chance langfristig in Deutschland zu bleiben. Aktuell droht den beiden die Abschiebung nach Dänemark. Dänemark schiebt regelmäßig nach Afghanistan ab. Ehsan und Rahman sind vor 10 Jahren aus Afghanistan vor den Taliban geflohen und haben daher dort keine Familie und keine Unterstützung. Eine Chance dort zu überleben besteht auf Grund des dort bestehenden Krieges nicht. Um die Abschiebung nach Afghanistan über Dänemark zu verhindern, hat eine Gemeinde ihnen für sechs Monate Kirchenasyl und eine Unterkunft gewährt. Für die restlichen Kosten müssen sie selber aufkommen, dürfen aber auch nicht arbeiten.Da sie keine Ersparnisse oder Familienangehörige haben, die sie unterstützen können, fehlt ihnen nun das Geld für das Nötigste:

  • Ernährung und Kleidung
  • medizinische Behandlung
  • Anwaltskosten
  • Fahrscheine

Dafür brauchen wir nun ganz dringend Euch! Ohne Eure Unterstützung können wir die Kosten der kommenden Monate nicht aufbringen. Lasst uns zusammenlegen! Jeder kleine Beitrag verändert für die Situation der Beiden viel. Wir freuen uns bereits über die kleinsten Beträge, schon 10 € monatlich helfen. Auch über einmalige Beträge freuen wir uns sehr. Wir danken Euch von Herzen!“

KommRin e.V. und viele andere Menschen folgten dem Aufruf. Wie es weitergeht, könnt Ihr hier verfolgen.


Sicher seid ihr stetig und bestens durch unseren Blog oder facebook über sämtliche Aktivitäten informiert. Hier könnt ihr aber ganz in Ruhe und gebündelt die letzten Monate Revue passieren lassen. Also, das dampfende Heißgetränk bereitstellen, bequem hinsetzten und …3…2…1…

Am 2. September sattelten wir wieder unseren Fahrrad-Mixer und kreierten smoothe Drinks und lecker Soli-Cocktails auf dem unabhängigen Straßenfest in der Weisestraße in Neukölln. Es gibt neben Infoständen verschiedener Initiativen zu Themen wie Stadtentwicklung, Knast, Repression, Hartz4 und Geflüchteten gab es auch diverse Angebote mit Essen und Getränken.
Auf der Bühne wurde gerockt und getalkt und alle (auch wir) trotzten tapfer dem Regen, um ein Zeichen gegen Wohnraumvernichtung und Gentrifizierung zu setzen. Hoch leben die Hütten und die Fahrräder!

Am 16. September waren wir bei der antirassistischen Parade „We’ll come united“ in Berlin dabei, um laut, pink, und glitzernd gleiche Rechte für alle fordern. Wir haben versucht, uns so gut es ging um das leibliche Wohl aller angereisten zu kümmern und danken an dieser Stelle allen backenden, kochenden, schleppenden, fahrenden und spendenden Händen! Weil andere es schon so passend zusammengefasst haben, hier der Bericht der Aktionsseite:

In einer der beeindruckendsten Demonstrationen der Selbstorganisierten, der antirassistisch Aktiven und UnterstützerInnen haben wir uns am 16. September 2017 in Berlin zusammengefunden. In fast 30 Bussen waren mehrheitlich Geflüchtete aus allen Communities nach Berlin gekommen. Gemeinsam haben wir die Straße erobert und gemeinsam haben wir die Forderung nach Bewegungsfreiheit und gleichen Rechten in schillernden Symbolen in die Öffentlichkeit getragen. Es war groß – und auch wenn wir nicht im fünfstelligen Bereich waren, hat es sich doch stellenweise so angefühlt. Denn alle waren nicht nur anwesend, sondern präsent – mit ihren Geschichten und ihren Forderungen vom Beginn bis zum Ende des beeindruckenden Zuges. Rund um die 20 Motivwägen wurden die verschiedenen Alltagskämpfe sicht- und unüberhörbar …

Vom 22.-24. September organisierten Women in Exile, Freundinnen und Schwestern die Konferenz „Women Breaking Borders“ in Berlin, mit der wir uns natürlich solidarisiert haben. Ein kleiner Auszug aus einer Mail danach gibt Euch einen Eindruck, wie wieder einmal viele Menschen gemeinsam wichtige Aktionen möglich gemacht haben:

VIELEN VIELEN DANK FÜR ALLES, WAS IHR AM WOCHENENDE FÜR UNSERE KONFERENZ GEMACHT HABT! Ohne euch wäre es nicht möglich gewesen, diese Konferenz auf diese Weise stattfinden zu lassen. Am Samstag waren wir ca. 300 Teilnehmerinnen, ca. 40 Kinder und mindestens 50 Leute, die die ganze Hintergrund-Arbeit geleistet haben. Wow! Bezüglich der Organisation und Infrastruktur gibt es immer Dinge, die man verbessern könnte, aber niemand von uns hat geglaubt, dass alles so reibungslos ablaufen würde. DANKE! Es gab Simultanübersetzung in und aus 8 Sprachen und natürlich noch viel mehr Sprachen, die von den Teilnehmerinnen gesprochen wurden. Danke an bla collective und interprise und all die tollen Dolmetscherinnen! Die Flüchtlingsfrauen kamen aus München, Nürnberg, Halle/Saale, Magdeburg, Meiningen, Jena, Hannover, Osnabrück, Frankfurt/Main, Göttingen, Witzenhausen, Hamburg, Berlin- Brandenburg und Leipzig. 4 Teams haben fantastisches Essen gekocht, die Teeküche hat durchgängig für Kaffee, Tee und Snacks gesorgt. Die Schlafplatzorga von Intersol und KommRin vermittelte alle Schlafplätze und so viele Menschen haben die Kinder und Frauen in ihren Privatwohnungen beherbergt. Alle Workshops waren so super vorbereitet und durchgeführt und das Feedback der Teilnehmerinnen war begeistert. Die Ziele der Konferenz, das schon existierende Netzwerk zu stärken, relevante Informationen an andere Flüchtlingsfrauen weiterzugeben und zu zeigen, dass Flüchtlingsfrauen (und Freundinnen) sehr wohl in der Lage sind, so eine starke Botschaft auszusenden, wurden erreicht! Wie wir immer sagen: “Von persönlichen Problemen zu politischen Forderungen und Aktionen! Keine Grenze wird zu hoch, tief, weit oder fest genug sein, wenn Frauen* sich zusammenschließen!

Im Oktober mussten wir ein wenig verschnaufen, uns um neue Anfragen kümmern, die Buchhaltung auf den aktuellen Stand bringen und die nächste Mitgliederversammlung und Klausur vorbereiten. Diese gab es dann im November. Es gab viel zu besprechen und planen aber auch – aufgemerkt – zu drucken! Ja, wir waren wieder in der Siebdruckwerkstatt und haben mit verschiedensten Techniken und Farben experimentiert, um neue, extrem schnieke Turnbeutel zu erstellen. Neujahresspezial ‚Tash for cash‘: Wenn Ihr flink seid, könnt ihr ein einzigartiges Exemplar ergattern. Als Dank für eine Spende, bekommt Ihr das Schmuckstück zugeschickt, wenn Ihr uns per Mail über die Spende informiert und Eure Adresse verratet.

Auch im Dezember standen unsere Beinchen nicht still: die Hobelbar war Gastgeberin der ersten SoliSilent-Disko. Gegen eine kleine Spende wurde die ProAsyl-Ausstellung zu Flucht und Migration betrachtet, pinke Shots probiert, Headphones übergestülpt und die Nacht vom 02. Zum 03. Dezember durchgetanzt. Wir verneigen uns aus Dankbarkeit vor den DJ*anes, Bar-Menschen und allen anderen Unterstützer_innen. Meldet Euch bei uns, wenn Ihr selbst auch mal Veranstalter_innen eines KommRin-Events werden wollt…egal, ob Ausstellung, Info-Abend, Küfa, Party…

Ob Ihr es glaubt oder nicht: KommRin kann auch basteln. Am 09.12. hosteten wir einen Stand auf dem AntiRa-Wintermarkt in Pankow. Es konnten KommRin-Badges auf mitgebrachten Sachen (Beutel, Jacken, Hosen) genäht werden, eigenes Geschenkpapier hergestellt und ein wenig schnabuliert werden.

KommRin in action | Und so geht’s weiter…

Es gibt schon ein Datum, dass Ihr Euch fett und rot im neuen Kalender für 2018 anmarkern könnt: am 10.03. in der K9 ein Konzert mit…trararaaaa…we proudly present…Kaput Krauts und See what happens, Larry!

KommRin wird immer älter und möchte größer werden. Um die kontinuierlichen Aktivitäten zu ermöglichen, wünscht KommRin sich mehr Vereinsmitglieder. Na, wäre das was für euch? Damit seid Ihr näher dran, könnt bei Vereinstreffen mitbestimmen und unterstützt über den Jahresmitgliedsbeitrag von mind. 12 Euro die Arbeit von KommRin e.V.. Die Vereinssatzung findet ihr hier und Mitglied werden könnt ihr dann – zack – hier.

Weiterhin werden wir uns vernetzen, sichtbar sein und Wohnraum für Refugees finanzieren – Gründe gibt es viel zu viele und wir wären viel lieber überflüssig. Aber so lange Tempohomes als eine Alternative zu einem regulären, bezahlbaren Wohnungsmarkt gehandelt werden und rassistische Ressentiments Menschenrechte gefährden, so lang werden wir nicht aufhören.

Wenn Ihr die ruhige Weihnachtszeit dafür nutzen wollt, Euch mehr zu informieren, empfehlen wir neben den Links zu befreundeten Initiativen (s.o.) die Website vom Refugee Movement, ProAsyl und dem Flüchtlingsrat Berlin.

Wir danken allen, die uns in den letzten Monaten auf die unterschiedlichste Art und Weise unterstützt haben von Herzen und freuen uns auf ein Wiedersehen im heranschneienden Jahr!

Eure KommRinler_innen